oder auch: Homeless and Unemployed
oder auch: Failed to adjust
(OK Computer, lets work together tonight..)
Nach zwei Wochen on the road und ein paar Naechten back in ISH habe ich Domizil in Cape Coast bezogen, nicht um meine Zeit zu verschwenden, sondern um was sinnvolles zu tun. Volunteer Work. Help where a helping hand is needed. Hoert sich oeko an? I know. Egal. I'm not student anymore, nor the tourist. Dennoch - 5 Monate in Ghana und ich gehe nach wie vor schneller als jeder Ghanaer, und genauso schaffe ich es nicht, mich an den Strassenrand zu setzen, die Haende in den Schoss zu legen und das Leben vorbeiziehen zu lassen. I am fitter happier with something to do. Deswegen hab ich in den letzten zwei drei Tagen Klinken putzen betrieben, etliche Unbekannte angerufen, etliche Male die gleichen Saetze gesagt, bin von A nach B nach F nach Y weitergereicht worden... na gut, ich uebertreibe. Aber ich dachte es waere einfacher, eine Arbeit zu finden, fuer die ich kein Geld erwarte.
Und andererseits hatte ich nicht erwartet, dass ich mir so viele Gedanken mache wenn es nicht auf Anhieb klappt. Heute morgen habe ich einen Kindergarten aufgesucht, der nur durch eine Strasse vom Strand getrennt wird, dementsprechend ging der Weg dorthin 15min am Strand entlang, die Sonne im Nacken, das Meer in den Ohren. Im Kopf nur Mist. Hallou?!?! Maedel, entspannen... Im Climbing up the walls.
Wie auch immer, mir schwant ich werde in den naechsten 3, 4 Wochen mehrfach das Bett wechseln, immer auf der Suche nach Balance zwischen Guenstig (geizig wie ich bin)/ Safe (paranoid wie ich bin)/less sehnsucht (accra-freundebesuche sind in planung..).... Wie schoen es da fuer ein Subterranean Homesick Alien sein wird, nach HAUSE zu kommen... ich zaehle Tage - oder besser Naechte, fuer die muss ich schliesslich zahlen.
Jedenfalls... das ganze hat auch schon Fruechte getragen, morgen werd ich mit einer Handvoll Red Cross Society Nurses fuer Home Visits ausschwaermen zwecks Child Welfare und Nutrition Education. Was mich da erwartet? That will be a no(mber) of surprises. Ich hab keine Ahnung. Aber ich bin zuversichtlich und werde berichten. So long... Exit Music for a film.
Montag, 4. Januar 2010
Dienstag, 15. Dezember 2009
Things fall apart..
Dienstag, 8. Dezember 2009
Ja, wie schön eigentlich?
Ich habe heute den günstigsten Haarschnitt meines Lebens bekommen, in Verbindung mit dem witzigsten Friseurbesuch - dazu nur soviel: Kann mir jemand den Unterschied zwischen "In stairs", "in levels" und "in layers" erklären? Ich sollte bei Gelegenheit mein schlaues Buch "What's the difference" konsultieren. Ich bin mir aber schon mal ziemlich sicher, dass das, was die Friseurin mir da rechts hinterm Ohr in die Frisur eingefügt hat, eine "stair", kein "layer" oder "level" ist. Nach dieser Tat haben wir einen ungefähren Konsens gefunden über das, was ich haben wollte und sie bieten konnte.
Egal, dieses ist eh ein Land in dem man ob der Wärme besser Pferdeschwanz trägt.
Das nur nebenbei.
Denn eigentlich ist das nur von minderwertiger Relevanz.
Eigentlich wollte ich von der Welt erzählen, die ich gestern kurzzeitig besucht habe - nicht persönlich, sondern über ein Buch. Eine Welt, die physikalisch nicht weit von dem Ort ist, an dem ich mich jetzt gerade befinde: Die Slums Soddom and Gomorrah befinden sich in unmittelbarer Nähe des Stadtkerns von Accra. In anderer Hinsicht eine Welt Lichtjahre von meiner und deiner Welt entfernt - ich, die ich hier mit meinem Laptop in meinem Doppelzimmer auf meinem Bett neben dem Kühlschrank sitze. Du hast wahrscheinlich sogar ein Einzelzimmer, die Küche womöglich nebenan, und deine Internetverbindung ist bestimmt schneller als meine. In der Welt, in der die Handlung des Buches spielt, haben die Straßenkinder weder ein Doppelzimmer, wenn überhaupt ein Dach über dem Kopf, noch ein Bett - dem 14jährigen Hauptcharakter dient ein Stück Pappe als Unterlage, von einem Kühlschrank oder einem Laptop mal ganz zu schweigen. Diese beiden Luxusgüter kennen die Straßenkinder höchstens von der Elektromüllkippe, die an die Slums angrenzt, Elektromüll aus Europa.
Und obwohl ich seit 4 Monaten hier bin habe ich von dieser Welt praktisch nichts mitbekommen. Einmal einen Zeitungsartikel über Soddom und Gomorrah gelesen - der Name kommt nicht von ungefähr - vielleicht mal was im Radio gehört.
Aber klar, die ganzen Kinder, die tagein tagaus Wasser zwischen den Autos an den Kreuzungen verkaufen anstatt zur Schule zu gehen machen das nicht zum Spass. Wenn man sein Leben hauptsächlich auf dem Campus verbringt und nur zwischendurch in die Stadt "eindippt" bekommt man kaum mit, wieviel Armut sich dort versteckt.
Von der Gesellschaft wird es nach wie vor als wichtig angesehen, dass man Kinder in die Welt setzt, am besten Söhne. So kommt es, dass Paare drei, vier, fünf oder eben zehn Nachkommen "produzieren" (wenn die ersten neun Kinder Mädchen sind...) - von Familienplanung aber keine Spur. Eh schwierig, bei der Verfügbarkeit (bzw. Nicht-Verfügbarkeit) von Verhütungsmitteln. Die unverheiratete Frau mit Kind wird höher angesehen als die verheiratete Frau ohne Kind - die wird schief angesehen. "You give birth. God will take care of the child." Ah so.
Worauf will ich eigentlich hinaus? Weiß ich auch nicht so richtig. Ich wollt nur nicht für mich behalten, dass so eine "Treppenstufe" hinterm Ohr gar nicht so schlimm ist. Und vielleicht bestellst du dir ja über deine schnelle Internetverbindung mal das Buch, ich kanns wirklich nur empfehlen: Amma Darko, Faceless. Und wenn ich daran denke, was für "Probleme" ich in den letzten zwei Jahren bei meinem Call Center Job bei einem bekannten Mobilfunkanbieter behandelt habe, dann kann ich nur den Kopf schütteln. So manche Kulanzgutschrift würde ich gerne einem der Kinder in die Hand drücken, damit es sich etwas vernünftiges zu Essen kaufen und zur Schule gehen kann.
Egal, dieses ist eh ein Land in dem man ob der Wärme besser Pferdeschwanz trägt.
Das nur nebenbei.
Denn eigentlich ist das nur von minderwertiger Relevanz.
Eigentlich wollte ich von der Welt erzählen, die ich gestern kurzzeitig besucht habe - nicht persönlich, sondern über ein Buch. Eine Welt, die physikalisch nicht weit von dem Ort ist, an dem ich mich jetzt gerade befinde: Die Slums Soddom and Gomorrah befinden sich in unmittelbarer Nähe des Stadtkerns von Accra. In anderer Hinsicht eine Welt Lichtjahre von meiner und deiner Welt entfernt - ich, die ich hier mit meinem Laptop in meinem Doppelzimmer auf meinem Bett neben dem Kühlschrank sitze. Du hast wahrscheinlich sogar ein Einzelzimmer, die Küche womöglich nebenan, und deine Internetverbindung ist bestimmt schneller als meine. In der Welt, in der die Handlung des Buches spielt, haben die Straßenkinder weder ein Doppelzimmer, wenn überhaupt ein Dach über dem Kopf, noch ein Bett - dem 14jährigen Hauptcharakter dient ein Stück Pappe als Unterlage, von einem Kühlschrank oder einem Laptop mal ganz zu schweigen. Diese beiden Luxusgüter kennen die Straßenkinder höchstens von der Elektromüllkippe, die an die Slums angrenzt, Elektromüll aus Europa.
Und obwohl ich seit 4 Monaten hier bin habe ich von dieser Welt praktisch nichts mitbekommen. Einmal einen Zeitungsartikel über Soddom und Gomorrah gelesen - der Name kommt nicht von ungefähr - vielleicht mal was im Radio gehört.
Aber klar, die ganzen Kinder, die tagein tagaus Wasser zwischen den Autos an den Kreuzungen verkaufen anstatt zur Schule zu gehen machen das nicht zum Spass. Wenn man sein Leben hauptsächlich auf dem Campus verbringt und nur zwischendurch in die Stadt "eindippt" bekommt man kaum mit, wieviel Armut sich dort versteckt.
Von der Gesellschaft wird es nach wie vor als wichtig angesehen, dass man Kinder in die Welt setzt, am besten Söhne. So kommt es, dass Paare drei, vier, fünf oder eben zehn Nachkommen "produzieren" (wenn die ersten neun Kinder Mädchen sind...) - von Familienplanung aber keine Spur. Eh schwierig, bei der Verfügbarkeit (bzw. Nicht-Verfügbarkeit) von Verhütungsmitteln. Die unverheiratete Frau mit Kind wird höher angesehen als die verheiratete Frau ohne Kind - die wird schief angesehen. "You give birth. God will take care of the child." Ah so.
Worauf will ich eigentlich hinaus? Weiß ich auch nicht so richtig. Ich wollt nur nicht für mich behalten, dass so eine "Treppenstufe" hinterm Ohr gar nicht so schlimm ist. Und vielleicht bestellst du dir ja über deine schnelle Internetverbindung mal das Buch, ich kanns wirklich nur empfehlen: Amma Darko, Faceless. Und wenn ich daran denke, was für "Probleme" ich in den letzten zwei Jahren bei meinem Call Center Job bei einem bekannten Mobilfunkanbieter behandelt habe, dann kann ich nur den Kopf schütteln. So manche Kulanzgutschrift würde ich gerne einem der Kinder in die Hand drücken, damit es sich etwas vernünftiges zu Essen kaufen und zur Schule gehen kann.
Sonntag, 6. Dezember 2009
Früher war mehr Lametta!
Abgesehen von ein paar unschön klingenden Weihnachtsliedern von meiner Night-Market-Radio-Ersatz-Dauerbeschallung macht fast nichts darauf aufmerksam, dass bald Weihnachten ist. Eigentlich nur ein paar Marktstände, die aus dem Nichts aufgetaucht sind und Christbaumkugeln und Lametta verkaufen. In der Shoppingmall werden auch Plastikweihnachtsbäume verkauft. Nicynice. Naja.

Auch wenn es nicht direkt mit Weihnachten zusammenhängt, hat sich die Stimmung hier in ISH auch verändert - Aufbruchstimmung! Die letzten Exams werden geschrieben, die local students ziehen langsam aus den Halls aus und Abschiedsparties füllen die Terminkalender. Die meisten Internationals brechen schon vor Weihnachten die Zelte ab und verlassen Ghana gen Heimat nächstes Wochenende.
Amina und ich haben die Chance genutzt, noch einmal die Küche zu verwüsten. Dafür stand erstmal ein halber Tag auf dem Markt an. Zu dritt sind wir losgezogen, um am Ende 10 hungrige Mägen mit Yam, Palavastew und frischem Fisch zufrieden zustellen - eine Herausforderung. Gut, dass unsere Küchenqueen Amina weder auf dem Markt noch beim Kochen je den Überblick verliert.

Oh Bru, I'm so sorry...
"Fingerlicking good" gets a new meaning in a country where you eat with your hands...
Ich kann leider nicht behaupten dass ich in den letzten Monaten bezüglich meiner Kochkünste viel Nützliches gelernt hab, denn vermutlich bekommt man die meisten Zutaten nicht in Deutschland, die das Essen hier so yummy machen. Schaaaadeeee...
Oh, i have a visitor, gonna write some more later...
Auch wenn es nicht direkt mit Weihnachten zusammenhängt, hat sich die Stimmung hier in ISH auch verändert - Aufbruchstimmung! Die letzten Exams werden geschrieben, die local students ziehen langsam aus den Halls aus und Abschiedsparties füllen die Terminkalender. Die meisten Internationals brechen schon vor Weihnachten die Zelte ab und verlassen Ghana gen Heimat nächstes Wochenende.
Amina und ich haben die Chance genutzt, noch einmal die Küche zu verwüsten. Dafür stand erstmal ein halber Tag auf dem Markt an. Zu dritt sind wir losgezogen, um am Ende 10 hungrige Mägen mit Yam, Palavastew und frischem Fisch zufrieden zustellen - eine Herausforderung. Gut, dass unsere Küchenqueen Amina weder auf dem Markt noch beim Kochen je den Überblick verliert.
Ich kann leider nicht behaupten dass ich in den letzten Monaten bezüglich meiner Kochkünste viel Nützliches gelernt hab, denn vermutlich bekommt man die meisten Zutaten nicht in Deutschland, die das Essen hier so yummy machen. Schaaaadeeee...
Oh, i have a visitor, gonna write some more later...
Mittwoch, 2. Dezember 2009
Out of Words
Samstag, 28. November 2009
Learn Literature
Donnerstag, 26. November 2009
Gimme Home, Joana
Dass das heimische Bier hier erwerblich ist, hatte ich ja schon am Anfang meines Aufenthaltes hier erwähnt und gepriesen. Nun hatte ich am Wochenende eine kleine Auseinandersetzung mit meinem Magen, und um ihn wieder ruhig zu stimmen, dachte ich mir, ich tu ihm mal etwas Gutes. Bier, wenn auch das gute Becks, wäre wohl nicht ganz das richtige gewesen.
Was gibt es nach 4 Monaten Abstinenz Besseres für einen deutschen Magen als deutsches Sonnenblumenkernbrot?
(Platz zum Nachdenken)
Eben, nichts.
Selbiges gibt es im Supermarkt “um die Ecke” (naja, nicht ganz) zum Schleuderpreis (...), haha! Genialerweise kommt das Brooot auch noch aus der gleichen Stadt wie ich!
Eigentlich bin ich ja hier darauf bedacht, mein Geld möglichst schnell unter die Leute zu bringen, in diesem Fall hab ich aber mal ne Ausnahme gemacht und zu diesem Schnäppchen gegriffen. Und hei, mein Mittagessen war eine mentale Party, was hab ich gefeiert! Nebenbei kognitiv schon mal eine Einkaufsliste für den 1. Februar erstellt – da trifft man mich im Aldi am Schlüsselkorb in Bremen... Quark, Buttermilch, Milch, Rotwein, Müsli.... hmmm. Das wird supercalifragilisticexpialidocious!
Heute ist aber erstmal wieder Bier trinken angesagt, dazu gibts Nudeln und Knorrtütensauce. Indomil de luxe, praktisch.
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